Alles über Langeoog

LandschaftLangeoog gehört zu den Ostfriesischen Inseln vor der Küste Ostfrieslands. Teile der Insel und das Wattenmeer um die Insel gehören zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Zu den Nachbarinseln gehören die Inseln Spiekeroog im Osten und Baltrum im Westen.

Langeoog besitzt eine Fläche von rund 20 Quadratkilometern und einen etwa 14 Kilometer langen Sandstrand, dem sich eine Dünenlandschaft mit bis zu 20 m hohen Dünen anschließt. Die Insel ist nahezu frei vom Verkehr mit Verbrennungsmotoren. Erlaubt sind nur Fahrräder, Pferdefuhrwerke, Elektrofahrzeuge für Gewerbetreibende und einige Transportfahrzeuge der Inselgemeinde. Nur Rettungsdienst und Freiwillige Feuerwehr setzen Fahrzeuge mit Otto- bzw. Dieselmotoren ein, außerdem dürfen Traktoren und Baumaschinen fahren.

Tourismus

landschaft-04Vor allem im Sommer besuchen zahlreiche Gäste die Insel, um an den insgesamt 14 km langen Stränden mit weitläufigem Dünengelände ihren Urlaub, meist in Ferienwohnungen, Hotels oder Pensionen, zu verbringen. Die einzelnen Strandabschnitte sind dabei hinsichtlich der Nutzungsarten zumindest teilweise ausdrücklich bezeichnet. So existieren verschiedene Nichtraucherstrände, Jugendstrände, Surfstrände, Hundestrände, Sportstrände und Drachenstrände. Mitte der 1980er Jahre lag die Zahl der jährlichen Kurgäste bei etwa 83000, was rund das 27fache der damaligen Einwohnerzahl von 3119 darstellte. Seit dem Jahr 2000 gibt es die „LangeoogCard“. Diese dient als Kurkarte, Fahrkarte für die Inselfähre, Eintrittskarte für das Erlebnisbad und berechtigt zur kostenlosen Benutzung der Inselbahn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Insel, gehört der 1909 erbaute Wasserturm Langeoog, der als das Wahrzeichen der Insel gilt und während der Sommersaison bestiegen werden kann. Das begehrte Langeooger Kurzentrum mit Kurgarten befindet sich im Nordwesten des Inseldorfes. Zu den Kureinrichtungen gehören unter anderem ein Meerwasserwellenbrandungsbad und ein Erlebnisbad mit einer 42 Meter langen Wasserrutsche.

Im „Haus der Insel“ finden im Sommer regelmäßig Musik- und Kulturveranstaltungen sowie Ausstellungen statt. Seit 1981 befindet sich das Langeooger Schifffahrtsmuseum mit einer großen Sammlung an Schiffsmodellen sowie einem Nordseeaquarium. Im Caspar-Döring-Pad befindet sich das Heimatmuseum der Insel. Das Seemannshus ist ein altes Insulanerhaus mit Wohnstube, Veranda und vier Gästezimmern aus dem Jahr 1844, in dessen Räumlichkeiten der örtliche Heimatverein Ausstellungsstücke aus der Langeooger Geschichte sowie Gegenstände aus dem Leben der Insulaner ausstellt. Als Nebenstandort des Standesamtes Langeoog ist es möglich, sich in der ehemaligen Wohnstube des Seemannshus trauen zu lassen.

TerrasseIm seit 1992 stillgelegten Wasserwerk-West befindet sich seit dem Juni 2000 das Infohaus „Altes Wasserwerk“. Es erläutert den Besuchern die Schwierigkeiten bei der Trinkwasserversorgung der Insel. Die Langeooger Trinkwassergewinnung erfolgt über eine große unter der Insel liegende Süßwasserlinse. Die Ausstellung informiert über die Süßwasserlinse, ihre Lage und ihren Schutz sowie über die notwendigen Schritte von der Förderung bis zur Bereitstellung als Trinkwasser. Das Infohaus befindet sich am Ende der Mittelstraße und kann täglich unentgeltlich besichtigt werden.

Auf der Nordseite des Inselbahnhofs befindet sich das Denkmal einer historischen Diesellokomotive. Die nur rund 4,4 Meter lange Kö 2wurde 1937 für die damalige Inselbahn gebaut und fuhr über Jahrzehnte auf der Insel. 1982 erfolgte die Außerdienststellung. Seit 1987 steht die kleine zweiachsige Diesellokomotive als Denkmal am Bahnhof. Die Barkhausenstraße und die Hauptstraße sind die beiden Hauptgeschäftsstraßen im Ortszentrum von Langeoog. Die meisten Einkaufsgelegenheiten, Restaurants, Kneipen, Cafés und Fahrradverleihe liegen an diesen beiden Straßen. Sehenswürdigkeiten in der Barkhausenstraße sind die Bronze-Skulptur eines Fischers vor dem Café Leiß sowie die im April 2007 eingeweihte Bronze-Skulptur des Langeooger FährkapitänsJohann Wilhelm Leiß vor dem „Bernsteinstübchen“.

Der Langeooger Dünenfriedhof liegt nordöstlich des Inseldorfs inmitten von Dünen. Der Friedhof ist vor allem wegen des Grabs der 1972 bestatteten Sängerin Lale Andersen bekannt. Weiter befinden sich hier auch zwei Gedenkstätten. Die eine Gedenkstätte auf dem so genannten „Russenfriedhof“ erinnert an 113 auf Langeoog gestorbene sowjetischen Kriegsgefangene, die ab August 1941 zum Bau eines neuen Luftwaffenstützpunkts auf die Insel verbracht wurden und an der unmenschlichen Behandlung starben. Das Massengrab am Rande des Dünenfriedhofs wird heute durch sechs Stelen mit den Namen der 113 Toten markiert. Die zweite Gedenkstätte erinnert an die rund 450 Baltendeutschen, die im Februar 1945 aus einem Altenheim in Schwetz/Westpreußen evakuiert wurden und nach einer dramatischen Flucht auf Langeoog eine neue Heimat fanden. Viele von ihnen sind in einer eigenen Abteilung auf dem Dünenfriedhof begraben. Am Strandabschnitt vor dem Pirolatal finden sich zudem im Sand verborgen die Reste eines Schiffswracks, das vermutlich von einem Plattenbodenschiff aus der Zeit der Kontinentalsperre stammt. Gelegentlich wurden die Überreste des Schiffs, in denen man vor vielen Jahren Kanonenkugeln fand, im Laufe der Zeit durch die Gezeiteneinwirkung teilweise freigelegt.

Natur

haus-umfeld-03Langeoog beherbergte zeitweise die größte Silbermöwenkolonie Deutschlands mit bis zu 30.000 Brutpaaren. Zum Schutz dieser Vogelart und ihrer Brutgebiete besteht bereits seit 1875 im Bereich Dreebargen mit der Möwenkolonie das älteste Naturschutzgebiet auf der Insel. Durch Veränderungen der Umweltbedingungen, etwa durch Schließung von offenen Mülldeponien, sind jedoch aktuell lediglich noch 10 % des in den 1930er Jahren gezählten Bestands und somit rund 2000 bis 2500 Silbermöwen-Paare vorhanden. Fasane, Turmfalken, Rotschenkel, Austernfischer, Zwergseeschwalben und andere Seeschwalbenarten gehören neben einer Vielzahl weiterer Vogelarten zu den ebenfalls auf der Insel vorkommenden Vögeln. Seit 1958, als ein Bock sowie zwei Ricken seitens des Jagdpächters ausgesetzt wurden, gibt es Rehe auf Langeoog. Mitte der 1980er Jahre bevölkerten etwa 80 dieser Tiere die Insel. Ferner existiert eine Hasen-Population, die zu diesem Zeitpunkt rund 600 bis 700 Tiere umfasste. Die ursprünglich auf der Insel vorzufindenden Kaninchen gibt es jedoch seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nicht mehr.

Schiffsverkehr

Die Insel verfügt über einen Fährhafen, den die inseleigene Schiffahrt der Inselgemeinde Langeoog von Bensersiel aus anfährt, von dem aus in der Saison aber auch touristische Tagesfahrten nach Norderney, Spiekeroog oder Wangerooge durchgeführt werden. Der Langeooger Hafen wurde in den Jahren 1937 bis 1941 erbaut. 1951 wurde eine neue Anlegebrücke im westlichen Teil des Hafens als Ersatz für den im Tide-unabhängigen Hafenbecken befindlichen Ostanleger errichtet. 1978 kam eine Hubbrücke hinzu. Die Fährverbindung ist seit einem Hafenausbau im Jahre 1976 Tide-unabhängig, die Fährzeiten ändern sich also nicht täglich, es wird nur zwischen einem Sommer- und einem Winterfahrplan unterschieden. Die Fahrzeit von Bensersiel aus beträgt etwa 30 Minuten. Aufgrund der Tide-Unabhängigkeit und des zunehmenden Baus von Zweitwohnungen erhöhte sich das Passagieraufkommen in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre beträchtlich. Deshalb wurden im Jahre 1979 die beiden Personenfahrgastschiffe Langeoog III und Langeoog IVangeschafft, die jeweils 800 Personen aufnehmen können. Die Schifffahrt der Inselgemeinde Langeoog betreibt heute vier Passagierschiffe (Langeoog I, II, III und IV) sowie zwei Frachtfähren (Pionier und Onkel Otto).